11.08.2020

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Ob die Anschaffung eines Reisemobils lohnt oder nicht kann, kann nicht generell beantwortet werden ‐ zu unterschiedlich sind die Einzelfälle. Es gibt jedoch ein paar Punkte, über die man sich als Campingfan Gedanken machen könnte.

Vor dem Kauf erst einmal ausprobieren

Die Anschaffung eines Reisemobils ‐ ganz gleich ob Wohnmobil oder Wohnwagen ‐ stellt in jedem Fall eine immense Investition dar. Deshalb muss vor einem eventuellen Kauf unbedingt die Frage, ob einem Camping überhaupt liegt, sicher beantwortet werden können.
Für die ersten Campingerfahrungen empfiehlt sich deshalb unbedingt ein Mietfahrzeug/ Leihfahrzeug. Weitere Infos zu Mietmobilen wie auch ungefähren Preisen findest du hier.

Anschaffungskosten Reisemobil

Bild: Der Traum vom eigenen Wohnmobil, doch lohnt sich die Investition?
Der Traum vom eigenen Wohnmobil, doch lohnt sich die Investition?
Die Preise für einen vernünftigen Familienwohnwagen liegen bei rund 20.000,- Euro, reist man nur zu zweit reichen vielleicht auch 15.000,- Euro. Für ein Wohnmobil ohne großartige Extras sollten ab ca. 60.000,- Euro kalkuliert werden.
Das sind ganz klar enorme Kosten, die man sich erst einmal leisten können muss.

Lohnt sich der Kauf?

Nein, in den meisten Fällen nicht. Zumindest nicht für Berufstätige, welche im besten Falle 2 mal jährlich mit dem Reisemobil verreisen wollen. Etwas anders sieht es vielleicht aus, wenn das Fahrzeug von mehreren Familienmitgliedern zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden kann, dann relativieren sich die Kosten etwas. Ebenso für Rentner, welche sich den Lebensabend mit ausgedehnten Reisen zu versüßen gedenken.
Doch bleiben wir beim Normalfall, der berufstätigen Familie mit normalem Einkommen. In ihrem Fall ist die Rentabilität dieser enormen Anschaffung äußerst fraglich.

Zur Verdeutlichung ein ‐ zwei Rechenbeispiele:

Angenommen das Reisemobil wird 10 Jahre lang genutzt (dann wird man etwas neues wollen oder die Kinder sind aus dem Haus und man hat die Vorteile eines kleineren Mobils schätzen gelernt). Dann ergeben sich Kosten allein für das Fahrzeug pro Urlaub wie folgt:
Jahre
1 Urlaub/ Jahr
2 Urlaube/ Jahr
Kleiner Wohnwagen € 15.000,-
10 1500,- 750,-
Familienwohnwagen € 20.000,-
10 2000,- 1000,-
Einfaches Wohnmobil € 60.000,- 10 6000,- 3000,-

Wie man sieht, liegen die Kosten für das Fahrzeug pro Urlaub garnicht so weit von den Mietpreisen entfernt. Zudem hat man beim Mietmobil keine Wartungs- und Unterstellungskosten, sowie in jedem Urlaub ein mehr oder weniger neuwertiges Fahrzeug.
Das eigene Reisemobil wird die meiste Zeit des Jahres einfach nur herumstehen, dafür ist die Investition doch recht hoch. Selbst wenn man sich vornimmt, das Mobil für gelegentliche Wochenendtripps zu nutzen.

Wiederverkaufswert Reisemobile

Was man Reisemobilen jedoch zu Gute halten muss: Sie sind sehr wertbeständig und stellen nach Ablauf der 10 Jahre sicherlich immer noch einen ordentlichen Wert dar, dies ist in obiger Tabelle nicht berücksichtigt. Einen gewissen Überblick über die Preise für in die Jahre gekommene Wohnmobile kann man sich sehr leicht auf den einschlägigen Portalen wie mobile.de verschaffen.

Wohnmobil finanzieren

In Zeiten niedriger Zinsen ist die Finanzierung eines Wohnmobils oder eines Wohnwagens natürlich auch noch eine Option. Dennoch will gut abgewogen sein ob man sich dies leisten kann oder will.
Der Einfachheit halber ziehen wir doch nochmals unsere 3 Kandidaten aus obiger Tabelle heran und betrachten was uns die Fahrzeuge monatlich kosten, finanzieren wir diese zu 100% über eine Laufzeit von 10 Jahren:
Laufzeit Monate
mon. Rate bei ~3% Zins

Kleiner Wohnwagen € 15.000,-

120 145,-

Familienwohnwagen € 20.000,-

120 190,-

Einfaches Wohnmobil € 60.000,-

120 600,-

Dies mag auf den ersten Blick günstig und halbwegs überschaubar erscheinen, zumindest im Falle der Wohnwägen. Aber die Rate ist eben monatlich zu zahlen und nicht nur in der Urlaubszeit.
Bitte beachten: Zinsen ändern sich ständig, diese Website jedoch nicht. Die Werte hier (Aug. 2020) sind vom Smava Kreditvergleich übernommen.

Warum eigentlich kein gebrauchtes Reisemobil?

Warum denn eigentlich nicht gebraucht kaufen? Nun, man wird staunen wie hoch die Preisvorstellungen mancher Vorbesitzer sind. Doch wer etwas Zeit hat und den Markt beobachtet hat auch hier Chancen ein Schnäppchen zu machen. Ebay Kleinanzeigen ist an dieser Stelle auch ein guter Tipp! Doch keine Hektik, Zeit ist das A und O beim Gebrauchtkauf.

Was ist zu beachten beim gebrauchten Wohnmobil oder Wohnwagen?

Grundsätzlich ist es empfehlenswert beim Händler zu kaufen. Dieser ist im Gegensatz zum Privatmann zur Gewährleistung verpflichtet. Andererseits kommen die großen Schnäppchen eher von privat, beispielsweise aus Nachlass oder bei altersbedingter Aufgabe.

Auf die Nase verlassen...

… im wahrsten Sinne des Wortes. Größtes Problem bei Wohnwägen wie auch Wohnmobilen ist die Dichtigkeit. Wenn Feuchtigkeit eindringt modert es und das riecht man! Wenn es also im Wohnraum nicht typisch nach Wohnwagen riecht, sondern modrig, nach Wunderbaum oder Parfüm - dann Finger weg!!! Nie wird man mit diesem Fahrzeug Glücklich werden.

Möbel genau unter die Lupe nehmen

Da bei Wohnwägen und Wohnmobilen alles leicht sein muss, sind die Möbel meist sehr leicht gebaut und entsprechend anfällig für Beschädigungen. Hier genau hinsehen, oftmals sind Scharniere ausgerissen, Fronten gesprungen oder Furnier löst sich.

Gasanlage und Elektrik

Herd, Heizung und zeitweise Kühlschrank werden für gewöhnlich mit Gas betrieben. Unbedingt prüfen ob alles funktioniert um teure Reparateuren zu vermeiden. Selbes gilt für die Elektroanlage. Funktionieren Licht, Steckdosen und Wasserpumpe (für Waschbecken und Toilette)?

Beim Wohnmobil Schwächen des Aufbaufahrzeugs kennen

Ist es beim Wohnwagen noch halbwegs einfach gut von schlecht zu unterscheiden, so wird es beim Wohnmobil doch etwas schwieriger. Idealerweise hat man jemanden dabei der sich mit Kraftfahrzeugen auskennt. Wenn nicht, dann schadet es bestimmt nicht, sich vorab bei Google über bekannte Schwächen des Basisfahrzeuges zu informieren. Gerne bauen Wohnmobile auf dem Fiat Ducato, dem Citroen Jumper oder Mercedes Sprinter auf.
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